 |  |  |  | Label: Glitterhouse Records
VÖ: 04.04.2004
Format: CD
 |  | € 14,50 |
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Timesbold Eye Eye Meine Güte, ist das großartig! Ein Diamant, eine Licht streuende, wunderschöne Erscheinung aus Brooklyn, NY. Timesbold, zum Quintett angewachsen, hantieren nach wie vor mit einer Menagerie von Instrumenten - und schreiben große, magische, subtile Songs.
Was sie auf "Eye Eye", dem Nachfolger letztjährigen, selbstbetitelten Debüts zelebrieren, ist endgültig einzig und atemberaubend. Lauter, dynamischer, symphonischer - ohne das Konzept der Zartheit zu opfern. Man höre den "Bone Song", zu Recht am Einstieg dieses an grandiosen Momenten reichen Werkes platziert: Mehr unaufgeregte, abgeklärte, wissende und in ihrer Wahrheit betörende Dramaturgie war selten. Da wird es laut und schwillt an und zielt auf endgültige Katharsis - und verzichtet auf jegliches zig mal gehörtes Strophe/Refrain/Strophe-Schema. So wird schon zu Beginn verdeutlicht, dass Timesbolds Kosmos von gnadenlos mitreißenden Liedern regiert wird, die in ihrer Fülle von wichtigen Feinheiten und zarten Details viel Platz beanspruchen - und bekommen. Vergleiche verbieten sich von selbst, Kategorisierungen sind hier sinnloser denn je.
Sänger Jason Merritt (solo auch unterwegs als "Whip", übrigens) gibt uns mit eigenwillig gebrochener Stimme kleine Rätsel auf, mal lauter, mal leiser, mit scharfen Kanten, verpackt in poetische Texte. Erzählt von all den kleinen unsichtbaren Narben, all den Wegen, gegangen und gemieden. Und immer wieder von der Unzulänglichkeit der Sprache. Auf die allein er sich hier aber wahrlich nicht verlassen muss. Die Klangmagier an seiner Seite betten die Texte in eine wundersame Welt irgendwo zwischen... Indie, Country und Folk? Nein, zu kurz gegriffen. In eine wundervolle Welt jedenfalls. Sie umrahmen den mal brüchig zarten, mal eindringlichen Gesang an einer Stelle federleicht um dann wieder lebhaft und zielgerichtet vorwärts zu schreiten. Und alle fühlen sich in diesem Instrumentensammelsurium sondergleichen hörbar wohl. Die berückend atmosphärischen Songs umschmeicheln gleichermaßen Sinne und Verstand.
Vielschichtig, selten verspielt, nie überladen, werden Töne in Farben umgewandelt, wie ich sie noch nie zu Ohren bekommen habe. Damit kratzt Timesbold am Thron von Will Oldham. Zeitlos gut. (rs)
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